Buchbesprechungen
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| Hirtenhunde - Wächter und Beschützer der Herden | Roswitha Hirsch-Reiter |
| Selbstverlag MIRAMONTE, 1998 / ISBN 3-901 558-04-7 / DM 68,- DM | |
"Zu Ausgefallen nicht viel eingefallen" oder "Zu Ausgefallen nichts aufgefallen" - so könnte derjenige frustriert Resumée ziehen, der in der Buchhandlung nach spezieller Literatur zu seltenen Hirtenhundrassen suchte! Doch dies ist nun vorbei - dank dem 1998 im Selbstverlag erschienenem Buch "Hirtenhunde" von Roswitha Hirsch-Reiter. Nach Ursprungsländern gegliedert werden hier auf 312 Seiten
zweiundzwanzig seltene Hirtenhundrassen vorgestellt, ihre Herkunft
aufgezeigt, der Standard kurz beschrieben. Die zahlreichen, durchweg
farbigen und qualitativ hervorragenden Abbildungen ergänzen das Ganze zu
einer umfassenden Informationsquelle nicht nur für Freunde und Besitzer
eines vierbeinigen Exemplares dieser Gruppe von Hunden. Leicht
verständlich und unterhaltsam zu lesen, porträtiert die Autorin
kompetent die unterschiedlichen Hirtenhunderassen aus zwölf verschiedenen
Ländern und stellt sie zum Teil in den Vergleich miteinander. |
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Petra Krivy, 11/98 |
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| Hunde kaufen mit Verstand | Susanne Kerl |
| 224 Seiten / Müller Rüschlikon Verlag 1999 / 39,80 DM / ISBN 3-275-01286-X | |
Der kynologische Buchmarkt hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich ausgeweitet. Jegliche Fragestellung eines Hundehalters kann durch mindestens ein - mehr oder weniger sinnvolles Buch - abgedeckt werden. Bücher zu einzelnen Hunderassen, aber auch komplexe Enzyklopädien gibt es ebenso mannigfaltig wie Ratgeber zu Grundsätzen der Erziehung, der Ernährung, der Gesundheit, dem Verhalten allgemein und speziell, der möglichen Beschäftigung mit dem Hund, dem Recht als Tierhalter und tierschutzrelevanten Fragen. Diese Aufzählung ließe sich schier unendlich fortsetzen. Was bislang aber im nebligen Grau lag war die Zeitspanne, die aus einem potentiellen Hundefreund einen Hundebesitzer macht! Was tut der hundehaltungsinteressierte Mensch, wenn er auf die Suche nach einem vierbeinigen Gefährten geht? Was sollte er beachten, und welche Gedanken sollte er sich im Vorfeld machen? Was kommt auf einen zu, wenn man dem Wunsch nach Anschaffung eines Hundes nachgibt? Und wo findet man den für sich besten Hund? Dieser gesamte Fragenkomplex wird bestenfalls ansatzweise in vereinzelten Artikeln in diversen Hundezeitungen berücksichtigt, und es ist ein glücklicher Zufall, wenn hier die konkrete Anschaffungslust des Menschen und kompetente Randinformationen gerade rechtzeitig aufeinander treffen. Zum Glück kann jetzt eine solche umfassende Informationsquelle jedem an die Hand gegeben werden, der sich ernsthaft und gewissenhaft mit der Anschaffung eines Hundes auseinandersetzt. Mit dem Buch "Hunde kaufen mit Verstand" von Susanne Kerl wurde ein Standardwerk auf den Büchermarkt gebracht, welches mitten aus dem Leben, mitten aus der Hundehalterpraxis und mitten aus der Wurfkiste alle Fragen rund um den Wunsch des Kaufes eines Vierbeiners berücksichtigt, dabei kompetent und überaus unterhaltsam beleuchtet. Die Autorin widmet sich ausführlich den Vorüberlegungen des Hundekaufs und gibt detaillierte Auskünfte zu den verschiedensten zu berücksichtigen Faktoren wie Zeit, Geld, Platz, Familie, Ansprüche des Hundes u.a.. Ein eigenständiges Kapitel beschäftigt sich mit der Kurzvorstellung der verschiedenen Hunderassen, bzw. Hundetypen in Bezug auf ihre Wesenszüge und Bedürfnisse, um sicherzustellen, daß unter der Vielzahl von über 400 anerkannten Rassen die für den ein oder anderen Hundefreund günstigste und haltungsgeeignetste gefunden werden kann. Und die grundsätzliche Frage: "Soll es ein Rüde oder eine Hündin sein?" wird auch nicht übergangen. Hat der Leser als potentieller Hundekäufer nach Studium dieser ersten Kapitel des Buches sein Ansinnen konkretisiert, so erhält er nun gleich in den folgenden Teilen des Buches Tips, wie er denn nun den für sich richtigen Züchter findet, welche Fragen er stellen kann und sollte und worauf es in Bezug auf die Abstammungspapiere und sonstigen Dokumenten seines zukünftigen Familienmitglieds zu achten gilt. Auch der allzu berechtigte warnende Finger vor Mitleidskäufen und/oder Käufen bei Hundehändlern und Massenzüchter fehlt nicht, wobei auch gleich erklärt wird, wie man hier die Spreu von dem Weizen unterscheidet und trennt! Ein gesondertes Kapitel beschäftigt sich allein mit dem Thema "Hund aus zweiter Hand". Sicherlich ist die Übernahme eines Hundes von einem Vorbesitzer und/oder Tierheim lobenswert, aber eben auch nicht unproblematisch. Was hier zu beachten ist, wird ausführlich geschildert. Nicht zu verachten ist dieses Buch allerdings auch für die "andere Seite, nämlich den Züchter, für den das Buch heißen könnte "Hunde verkaufen mit Verstand". Nicht nur Neuzüchtern wird eine Fülle an praxisorientierter Information geboten, sondern auch "alte Hasen" können aus dem Geschriebenen reichhaltigen Nutzen ziehen. "Wie erkenne ich den für meinen liebevoll und gewissenhaft großgezogenen Welpen besten zukünftigen Besitzer? Wie erarbeite ich eine Informationsbroschüre für meine Welpenkäufer? Was ist bei der Ausformulierung von Kaufverträgen zu beachten?" Es gibt viele Fragen im Züchteralltag, welche durch das vorliegende Buch von Susanne Kerl umfassend, verständlich und praxisnah beantwortet werden. Und bei all diesen positiven Aspekten des Buches bietet die Lektüre
auch noch einen grandiosen Unterhaltungswert. So konnte ich mir das
Schmunzeln, ein breites Grinsen oder sogar prustendes Lachen oftmals nicht
verkneifen, wenn nämlich die Autorin rein subjektiv ihre Erfahrungen als
Züchterin mit Welpenkäufern äußerst plastisch erzählt und z.B.
beschreibt, daß ein Züchter nach der Abgabe seiner Welpen eine ganze
Zeitlang allergisch reagiert auf das rotierende Geräusch der
Waschmaschine und das blubbernde Schnaufen der Kaffeemaschine! Fazit: Ein
rundum gelungenes Buch zu einem erstaunlichen Preis-Leistungs-Verhältnis,
kompetent zusammengestellt und liebevoll gestaltet mit einer Vielzahl von
Fotos und herrlichen Zeichnungen von Marlies Esser. Züchter wie
potentielle Hundekäufer können der Autorin nur danken für diese
Hilfestellung, die im Untertitel nur zu berechtigt als "Ratgeber für
Käufer und Züchter" ausgewiesen wird und uneingeschränkt empfohlen
werden kann. |
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Petra Krivy, 2000 |
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| Das Jahr des Hundes 2 Welpenerziehung in einem Wildhundrudel |
ein Video von: Dipl. Biologe Joachim Leidhold Erika Trumler |
In den letzten Jahren ist eine erfreuliche Entwicklung bei den Hundebesitzern festzustellen, nämlich sich viel intensiver mit der physischen und der psychischen Entwicklung ihrer vierbeinigen Lebensgenossen zu beschäftigen. Dies ist sicherlich auch bedingt durch die negativen Auswirkungen, die auftreten (können), wenn diese Entwicklung des Hundes sträflich ignoriert oder sogar bewußt negativ beeinflußt wird. So stellen sich heute für den verantwortungsbewußten Hundebesitzer nicht mehr nur die Fragen: "Klein, groß, Rassehund, Mischling, Hündin oder Rüde": Die Frage nach dem Charakter z. B. einer bestimmten Rasse, aber vor allem das Interesse an der arttypischen Entwicklung des Haushundes gewinnt immer mehr an Gewicht. Es gibt eine Vielzahl empfehlenswerter Literatur zu dieser Fragestellung, doch kein geschriebenes Wort vermag das komplexe Sozialverhalten des Hundes deutlicher darzustellen, als ein zu betrachtendes Bild, so es qualitativ und aussagekräftig ist. Diese Ansprüche werden von dem hier besprochenem Video noch übertroffen! In einem Gehege der Eberhard Trumler - Station in Birken-Honigsessen wurde der faszinierende Entwicklungsprozeß vom 6 - wöchigen Welpen zum 4 - monatigen Junghund dokumentiert. Außergewöhnliche Nahaufnahmen zeigen deutlich die mannigfaltigen Ausdrucksweisen der Gestik und Mimik als Mittel der Kommunikation innerhalb des Wildhundrudels. Hierbei besonderes Augenmerk hat die Interaktion der heranwachsenden Welpen untereinander und in Bezug auf die erwachsenen Tiere. Die in sich schon aussagekräftigen Bilder werden fachkundig kommentiert. Hieraus leiten sich für den Betrachter Anforderungen - lieber möchte ich von Anleitungen sprechen - für die Erziehung des Hundes ab, wobei das Ziel allein sein kann, das hündische Verhaltensrepertoire besser zu verstehen; der Zweibeiner lernt, die Sprache des Vierbeiners treffender zu interpretieren. Das Video "Welpenerziehung in einem Wildhundrudel" ist hierbei sicherlich eine unschätzbare Hilfe und in diesem Sinne jedem Hundefreund und jedem, der dies einmal werden möchte, wärmstens ans Herz zu legen. Auch ohne den ersten Teil zu kennen, stellt Teil 2 eine verständliche, umfassende Information dar, jedoch ist die Darstellung der Gesamtentwicklung eines (Wild-)-Hundewelpen erst in der Zusammenschau beider Videos abgerundet! Das Jahr des Hundes Teil 2 - Welpenerziehung in einem Wildhundrudel zu bestellen bei: |
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© Petra Krivy, 1995 |
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| Die Hüftgelenksdysplasie des Hundes | Sylvia M. Linnmann mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Klaus Loeffler |
| Parey-Verlag Berlin, 1998 / ISBN 3-8263-3213-X
/ DM 128,- DM 335 Seiten, 132 Abbildungen, 63 Tabellen, broschiert |
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Hier verhilft nun das Buch von Sylvia M. Linnmann dazu, nicht nur ein kleines Licht ins Dunkel dieses Dilemmas zu bringen, sondern einen regelrechten Halogenspot! Jetzt endlich gibt es ein Buch, welches sich nicht ausschließlich an Tiermediziner wendet, sondern auch für den interessierten Hundefreund und engagierten Hundezüchter eine Quelle an Informationen und eine umfassende Orientierungshilfe darstellt. Um überhaupt erst eine Basis zu schaffen, die Komplexität der Erkrankung Hüftgelenksdysplasie zu verstehen, beschreibt die Autorin eingangs ausführlich den Aufbau und die Funktion des Hüftgelenks beim Hund. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die Ausführungen, welche alle sehr verständlich und unter größtmöglichem Verzicht auf „Fachchinesisch“ geschrieben sind. Mit dieser Grundlage versehen, vermag der Leser nun auch den weiteren Darlegungen zu folgen. So geht es über die Definition der Erkrankung Hüftgelenksdysplasie weiter zu deren Vorkommen und Verbreitung bis hin zu den krankhaften Veränderungen des Hüftgelenks und deren Ursachen. Ein umfangreiches Kapitel zur Diagnostik der HD schließt sich an, in welchem unter anderem die verschiedenen Grade der HD anhand von abgebildeten HD-Aufnahmen dargestellt sind. Vielfach ist es in der Praxis doch so, daß die Mehrzahl der Hundebesitzer das Röntgenbild des eigenen Hundes nicht einmal selber zu Gesicht bekommt, sich dann aber plötzlich mit der Diagnose einer leichten, mittleren oder sogar schweren HD auseinandersetzen muß, ohne diesen Befund überhaupt verstehen, geschweige denn Auswirkungen und eventuelle Tragweite abzuschätzen zu können. Die Autorin informiert in ihrem Buch ferner ausführlich und zudem wertneutral über mögliche Therapieformen. Hier besonders bemerkenswert ist die umfassende Zusammenstellung aller zur Zeit gültigen und praktizierten Behandlungsformen sowie deren Erfolgsaussichten. Aber auch der Vorbeugung der HD ist Raum gelassen, wobei insbesondere der züchterischen Bekämpfung ausreichend Platz gewidmet wird. Wenn man sich das Literaturverzeichnis ansieht, so wird deutlich, daß hier nicht schnell mal eben ein Buch zum Thema „HD“ aus dem Boden gestampft wurde, sondern die Autorin ein Werk geschaffen hat, welches komplex und kompetent alle zur Zeit greifbaren Erkenntnisse zur HD beinhaltet und in verständlicher Form an den Leser weitergibt. Und doch handelt es sich nicht um ein rein veterinärmedizinisches Standardwerk für einen ausgewählten, medizinisch geschulten Leserkreis, sondern um ein pragmatisches Lesewerk, das informiert, ohne zu verwirren, das Verständnis und Orientierungshilfe gibt, ohne zu langweilen! Mag der Preis des Buches auf den ersten Blick auch relativ hoch erscheinen, so ist er angesichts des Inhalts und der zahlreichen Abbildungen sicherlich verständlich und gerechtfertigt. Qualität hat ihren Preis - und hiervon profitiert der Leser dieses Buches in vielerlei Hinsicht! |
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Petra Krivy, Juli 1999 |
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