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FAQ |
| letzte vorhandene Fassung der FAQ (zur Verfügung gestellt von Harald Zahn) |
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de.rec.tiere.hunde - Rund um den Hund.
Diese Gruppe dient der Diskussion aller denkbaren Hundethemen, wie beispielsweise
Haltung und Pflege, Gesundheit, Zucht, Ausbildung und Rassenspezifika. Auch
Ankündigungen für Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen zum Thema sind hier willkommen.
[Helmut Steinberger]
Einige Hunde haben Probleme im Auto. Das kommt zumeist daher, dass sie negative Erfahrungen gesammelt haben. Das kann schon bei der 1. Fahrt vom Züchter zum neuen Zuhause sein. Gibt man dem Hund vorher zu fressen, wird er sich wahrscheinlich während der Fahrt übergeben. Schimpft man dann auch noch mit ihm, hat man sich schon einen autophoben Hund erzogen. Ganz einfach geht es, wenn man seinen Hund im Auto in einer Hundebox transportiert, die er idealerweise schon von zu Hause kennt (siehe Stubenreinheit), und die er als sicheren Platz kennt. Meist hat man dann auch kein Problem im Auto. Außerdem sollte man anfangs lange Strecken meiden, und häufig positiv verknüpfte Ziele ansteuern (z.B. Hundespielplatz). Jault der Hund zu Beginn der Fahrt, ignoriert man das am besten. Würde man stehen bleiben und den "armen Kleinen" herausnehmen, hätte er sich seinen Besitzer bereits erfolgreich erzogen. Viele transportieren ihre Hunde im Kofferraum eines Kombis. Das ist im Prinzip eine gute Lösung (ich mache das auch), es sollte aber ein Hundegitter den Gepäckraum vom Fahrgastraum abtrennen. Das dient der Sicherheit und bei einigen Hunden auch der Erhaltung der Sitzbank und der Nackenstützen. Es ist auch empfehlenswert seinem Hund anzugewöhnen das Auto erst auf Kommando zu verlassen. Das kann an belebten Straßen Lebensrettend sein. Ich habe das so gemacht, indem ich die Heckklappe kurz geöffnet habe. Will sich der Hund herausdrängen, bekommt er die Heckklappe vorsichtig vor die Nase und ein NEIN zu hören. Neuerliches leichtes Öffnen, und bei Bedarf neuerliches Zumachen mit neuerlichem NEIN. Dieses Spielchen wiederholt man solange, bis der Hund versteht, dass er nicht herausspringen darf. Dann öffnet man die Heckklappe, und konzentriert sich genau auf den Hund. Man muss immer bereit sein ihn festzuhalten und mit einem NEIN am Verlassen des Autos zu hintern. Dann leint man den Hund an, wartet einen Moment und gibt ihm ein Kommando zum herausspringen. Wenn man diese Vorgehensweise IMMER konsequent einhält wird es nicht vorkommen, dass der Hund beim Öffnen des Wagens einfach herausspringt. Ich verlange von meinen Hunden, falls sie doch einmal unerwünscht herausspringen, dass sie sofort wieder in den Wagen zurückspringen. Dann werden sie angeleint und dürfen heraus.
[Helmut Steinberger]
Das ist zumeist das erste was man seinem Hund beibringt. Oft erscheint es so schwierig, ist aber im Prinzip ganz leicht, wenn man ein paar Grundregeln einhält. Bevor man seinen Welpen zu sich holt, sollte man auf alle Fälle die wertvollen Teppiche wegräumen und verstauen. Das hilft bei eventuellen Unglücken Nerven sparen. Wichtig ist, dass man mit dem Welpen IMMER nach jeder Mahlzeit und nach dem Schlafen hinausgeht, und ihm dort solange Zeit gibt, bis er sein Geschäft erledigt hat. Nur mal kurz zum nächsten Baum, kann in die Hose gehen. Am besten man trägt den Hund immer hinaus, sonst kann es passieren, dass er sich schon unterwegs erleichtert. Löst sich der Kleine draußen, wird ausgiebig gelobt. Passiert mal doch etwas in der Wohnung, und man sieht es gerade, nimmt man den Welpen und trägt ihn hinaus. Dort geht man mit ihm eine Runde, bis er sich eventuell noch einmal löst. Falls alles schon drinnen erledigt wurde, hat man eben Pech gehabt. Man wischt die Bescherung weg und macht weiter kein Tamtam daraus. Mit der Nase hineinstoßen ist grober Unfug und bewirkt beim Welpen keinen Lerneffekt. Sehr hilfreich für die ersten Nächte ist eine Hundebox. Es ist keine Tierquälerei, wenn man den Hund über Nacht in eine Hundebox sperrt. Er wird sie als sicheren Unterschlupf (Höhle) betrachten. Hunde hassen es ihren Schlafplatz zu verunreinigen. Daher wird er sich melden, wenn er muss. Die Box muss natürlich so untergebracht sein, dass man den Hund hört. (Nicht in den Keller oder die Garage !!!) Meldet sich der Hund, wird er gelobt und hinausgetragen. Das Wichtigste bei jeder Art von Hundeerziehung ist Geduld. Man bekommt jeden Hund stubenrein. Der eine braucht eben etwas länger, beim anderen dauert es kürzer.
[Kai Juerges]
Ein Welpe hat von Geburt an keine Beißhemmung. Das bedeutet: Beim Spielen kann der Welpe schon einmal fester zubeißen, als es für den Menschen noch angenehm ist. Die zerkratzen Unterarme und Hände von frischgebackenen Welpenbesitzern sprechen für sich. Damit der Welpe mit zunehmender Beißkraft nicht zu einem gefährlichen Spielpartner wird, muss ihm eine Beißhemmung antrainiert werden. Die einfachste und nachhaltigste Möglichkeit dazu besteht darin, jedes Mal, wenn der Welpe etwas fester beißt, zu quietschen (oder "aua" zu rufen) und das Spiel sofort zu beenden. Der Welpe wird das verstehen, denn Welpen untereinander reagieren auf zu heftiges Beißen genauso. Mit dem Angewöhnen der Beißhemmung sollte sofort begonnen werden, sobald der Welpe die ersten Male auf den Händen der Familienmitglieder herumkaut, auch wenn es am Anfang noch nicht wirklich weh tut. Wenn Du es dem Welpen erst erlaubst, wird es schwieriger, ihm später beizubringen, dass er es nicht mehr darf.
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(z.B. Hinweis, dass es Hundeschulen gibt)
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in Arbeit [Kai Juerges]
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[Stefan Kowalski]
Hundesport ist eine feine Sache, sowohl für die Hunde als auch für die Halter. Einerseits werden die Hunde sinnvoll beschäftigt und gefordert, andererseits bewegen sich die Halter nicht nur öde im Kreis der Park- und Waldwege, sondern verbringen einen Teil ihrer Freizeit aktiv sowohl mit ihren Hunden als auch unter Gleichgesinnten.
Im allgemeinen machen sich Hundehalter, vor allem Ersthundebesitzer, anfangs nicht allzu viele Gedanken um den Hundesport. Der Welpe oder schon erwachsene Hund kommt in's Haus, man kümmert sich, man geht Gassi etc. Irgendwann kommen viele mal darauf, dass ihre Hunde irgendwie nicht richtig ausgelastet sind, oder es einfach nur langweilig ist, seine täglichen Runden zu drehen. Der eben noch so niedliche Husky Welpe will nun rennen, dem Malinois reicht das spazieren gehen auch nicht mehr zum müde werden. Was also tun? Länger laufen? Fahrrad fahren? Klar, das geht alles. Ist das aber sonderlich interessant für Hund und Halter? Nicht wirklich!
Aber zu einem Hundesportverein? Da laufen ja nur die Härtesten herum, die ihre
Hunde abrichten, dressieren etc. und das will ich nicht.
Klar, wer will das schon? Früher war das vielleicht mal so, heute ganz sicher nicht
mehr. Heute bieten die meisten Hundesportvereine eine breite Palette an Möglichkeiten,
von der sicherlich für jeden Hund und Halter das richtige zu finden sein dürfte.
Bei der Wahl des Vereins sollte man sich allerdings nicht nur auf die räumliche
Nähe beschränken. Man sollte vorher sehr sorgfältig prüfen, was angeboten wird und
vor allem wie sich die Ausbildung gestaltet. Vor allem hinsichtlich der Ausbildung
sollte man darauf achten, dass nicht nach alter Väter Sitte "mit der groben Kelle
den Hunden etwas eingebläut" wird, sondern eine Ausbildung über positive Bestärker
etc. vorgezogen wird. Es ist schwierig, hierzu ein allgemeingültiges Wort zu schreiben,
einfacher ist es, nach mehrmaligem Zusehen aus dem Bauch heraus für sich zu entscheiden.
Die Übungsleiter und -leiterinnen sind auch nicht böse darum, wenn das eine oder
andere mal hinterfragt wird, also löchert sie ruhig.
Die nächste Frage für den Hundehalter und künftigen Sportler wird sein, was sich
für ihn und den Hund eignet. Das ist einerseits von den persönlichen Vorlieben der
Halter abhängig, andererseits aber auch von der Rasse und/oder Größe des Hundes.
Mit einem Hund der Kleinstrassen im VPG-Sport (ehemals Schutzhundsport) oder Schlittenhundesport
zu arbeiten ist genauso wenig Erfolg versprechend wie mit riesigen Rassen im Agility
oder im Fuchsbau. Unabhängig von der Rasse und der Größe ist aber der Gehorsam der
Hunde. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Disziplinen und gehört zu der
Grundausbildung. Im allgemeinen wird auf Hundesportplätzen schon aus sportlicher
Sicht Wert auf deutlich exakteren Gehorsam gelegt, wie so mancher es vielleicht
vom Gassi gehen kennen. Keine Sorge, mit ein wenig "gewusst wie" und entsprechendem
Training auch zu Hause ist das nicht wirklich schwierig. Nach relativ kurzer Zeit
können dann Hund und Halter zusammen die Begleithundprüfung ablegen, den Einstieg
und teilw. Die Voraussetzung in viele weitere sportliche Wettkämpfe.
Was kann man aber nun zusammen mit seinem Hund machen?
Als Beispiele seien hier mal die gebräuchlichsten Hundesportarten kurz vorgestellt.
a) Vielseitigkeitssport (ehemals Schutzhundsport)
b) Fährtenarbeit
c) Turnierhundsport
d) Agility
e) Obedience
a) Zunächst wäre da mal die älteste aller Hundesportarten, der Vielseitigkeitssport
(ehemals Schutzhundsport). Das ist eine Art Dreikampf, bei dem die Hunde in Fährte,
Gehorsam und Schutzdienst ausgebildet werden. Geeignet dafür sind in erster Linie
die Hunde der sog. Gebrauchshunderassen, aber auch alle anderen größeren Hunde geeignet.
Die VPG Ausbildung ist nicht nur zeitaufwändig, sie dauert auch recht lange.
Über die Abt. "A", dem Fährten und die Abt. "B", dem Gehorsam steht schon etwas an anderer Stelle, darum möchte ich hier nur etwas zur Abt. "C", dem Schutzdienst sagen.
Wichtig zu wissen ist hierbei als erstes: Die VPG Abteilung "C", also der Schutzdienst
ist hierbei weder dafür ausgelegt noch dazu geeignet zu "schützen". Sport-Schutzhunde
werden ihre Halter nicht mehr oder weniger beschützen, wie alle anderen Hunde auch.
Was soll das ganze dann aber überhaupt?
Nichts anderes, als die anderen Hundesportarten auch, nämlich dem Hund eine gewisse körperliche und geistige Befriedigung zu geben. Haben Sie mit Ihrem Welpen auch am Boden gesessen und um ein altes Handtuch, einen Schuh oder etwas anderes gerangelt? Das hat Ihrem Welpen vermutlich einen riesigen Spaß gemacht. Auch Ihr inzwischen vielleicht erwachsener Hund macht das noch gern. Je mehr sie ziehen, desto mehr wird Ihr Hund versuchen, Ihnen das Spielzeug aus der Hand zu ziehen.
Im Prinzip haben Sie nichts anderes als im Schutzhundsport gemacht, hier funktioniert das genauso. Es geht nicht um die Person des Helfers, nicht darum Menschen zu beißen oder sonst etwas negatives. Dem Hund geht es nur um ein Beuteobjekt, in dem Fall aus Jute. Aus praktischen Erwägungen ist dieses Beuteobjekt hohl, so dass sich der Helfer das Teil über den Arm stülpen kann (Wenn Sie sich an die Zerrspiele mit Ihrem Hund erinnern, dann wissen Sie, wie schlecht man das im Gegensatz zum Hund festhalten kann). Nun macht man das den Hunden aber nicht ganz so einfach und lässt sie noch allerlei Sachen machen, bevor sie als Belohnung mit dem Helfer um den Juteärmel zergeln dürfen. Sie müssen noch etliche (Gehorsams-)übungen absolvieren, die einen ähnlichen Effekt haben, als wenn Sie schon den Sonntagsbraten riechen, vorher aber noch den Rasen mähen müssen. Ihnen beiden ist gemeinsam, sich schon auf den nächsten Schritt zu freuen. Sie auf den Braten, der Hund beim Schutzdienst auf die Beute in Form des Ärmels. Das lässt sich auch noch steigern: Sie sitzen am Tisch vor dem Braten, dürfen aber noch nicht essen weil sie gelernt haben, dass erst alle am Tisch sitzen bevor es los geht.
Ihr Hund sitzt am Versteck vor dem Helfer mit dem Juteärmel, er darf den Ärmel aber noch nicht haben. Er hat nämlich vorher gelernt, dass der Helfer den Ärmel erst bewegen muss, bis er darum rangeln darf. Bis dahin sitzt der Hund vor dem Helfer und verbellt ihn, um seinem Halter zu zeigen "Los, komm her, ich habe den Mann mit meinem Spielzeug gefunden". Je nach Ausbildungsstand wird der Hund nun noch mehr "belastet", er muss noch länger auf seine Belohnung in Form des Ärmels warten. Und er muss soviel Selbstbeherrschung zeigen, dass er den Ärmel auch wieder los lässt, wenn er von seinem Halter ein entsprechendes Hörzeichen bekommt. Gerade so, als müssten Sie das Stück Braten auf der Gabel kurz vor Ihrem Mund wieder zurück auf den Teller legen.
Haben Sie beim schönsten Zergeln mit Ihrem Hund mal versucht, ein "Aus" Hörzeichen
zu geben? Hat Ihr Hund ausgelassen? Vermutlich nicht, weil sich Ihr Hund gerade
in das Spiel hinein gesteigert hat. Genau das ist es aber, was im Schutzhundsport
verlangt wird. Ein hohes Maß an Gehorsam von den Hunden, auch wenn das konditionierte
Ziel, die Belohnung in Form des Ärmels fast schon erreicht wurde.
Dies ist nur ein kurzer, eher einfacher Einblick in die Abt. "C" des VPG Sports.
Die Ausbildung ist insgesamt viel komplexer, als das man sie mit einigen Worten
beschreiben könnte.
Oftmals hört man, Hunde würden im Schutzhundsport aggressiv und bissig gemacht.
Das ist definitiv falsch. Auf menschliche Verhältnisse gebracht würde das vergleichbar
sein, z.B. einen Fußballspieler als aggressiv im negativen Sinn zu bezeichnen, weil
auch hier ein Maß an Kampf im Sport zu sehen ist. Gleiches gilt im übertragenen
Sinn für Hunde, die im Vielseitigkeitssport arbeiten.
b) Hat man an der "Abt. A" besonders viel Gefallen gefunden, kann man aus
seinem Hund auch einen Fährtenspezialisten machen. In den Fährtenhundprüfungen sind
die abzusuchenden Fährten deutlich länger als in VPG Prüfungen und die Schwierigkeit
erheblich gesteigert. Die zu findenden Gegenstände werden nicht nur mehr sondern
auch kleiner, der Hund muss sich auf wechselnde Boden- und Geländebeschaffenheiten
einstellen.
Fährtenarbeit ist Fleißarbeit und auch nichts für Langschläfer. Gute Bodenbeschaffenheiten
sind vor allem früh morgens gegeben, wenn die Umwelteinflüsse noch nicht so stark
sind. Zudem muss man geeignetes Gelände suchen und sich mit dem Eigentümer und den
Jagdpächtern absprechen. Gerade letzteres ist sehr wichtig, schließlich handelt
es sich um Privateigentum und jagdlich verpachtetes Gebiet.
Fährten können alle Hunde, egal wie groß und alt. Kleine und leichte Fährten kann
man sogar schon mit seinem Welpen absuchen.
c) Als nächstes wird vielerorts der Turnierhundsport angeboten. Hier
wird viel im sog. "Vierkampf" gearbeitet, der neben dem "Gehorsam" noch die Disziplinen
"Slalomlauf", Hürdenlauf" und "Hindernislauf" beinhaltet. Der "Vierkampf II" ist
dabei eine in der Schwierigkeit gesteigerte Variante. Zusätzlich fällt in diese
Sparte der "Geländelauf" über 2000m oder 5000m sowie als Mannschaftssport der CSC
(Combinations Speed Cup) sowie einige neuere Wettbewerbe. Beim THS laufen Hund und
Halter immer gemeinsam und -ausser beim Gehorsam- in Wettbewerben gegen die Zeit,
der letzte im Team bestimmt das Ergebnis. Meistens also der Hundehalter. ;-)
Der Turnierhundsport ist insbesondere für jugendliche Hundeführer geeignet, was aber nicht bedeutet, dass die Erwachsenen dort zum alten Eisen gehören. In den Sommermonaten können die THS Sportler an zahlreichen Turnieren teilnehmen, und sich dort in netter, kameradschaftlicher Atmosphäre sportlich zu messen.
Der THS ist für alle gesunden Hunde geeignet, die mindestens 12 Monate alt sind.
Halter, deren Hunde Probleme mit dem Knochenbau (z.B. HD etc.) haben, sollten wegen
der Belastung bei den Hindernissen je nach Grad der Erkrankung eher maßvoll oder
überhaupt nicht arbeiten.
d) Agility ist eine weitere Sportart, bei denen die Hunde über allerlei
Hindernisse laufen. Auch hier kommt es auf die Schnelligkeit an, allerdings nur
auf die des Hundes. Gleichzeitig ist aber beim Über- oder Unterqueren der Hindernisse
ein hohes Maß an Genauigkeit gefordert, wenn man nicht Abzüge in Form von Zeitstrafen
riskieren will. Zudem wird der Parcours im Agility jedes Mal in der Reihenfolge verändert,
so dass der Hund auf Sicht- und Hörzeichen des Hundehalters reagieren muss um die
richtige Reihenfolge einzuhalten. Diese Genauigkeit ebenso wie die Reaktion auf
die Zeichen des Hundehalters zu trainieren ist mit viel Arbeit und Training verbunden,
denn einerseits sollen die Hunde schnell sein, andererseits aber auch noch so "besonnen",
sich auf den Halter zu konzentrieren.
Geeignet dazu sind grundsätzlich alle Hunde, die gesund sind. Prädestiniert sind
geradezu die mittelgroßen, sehr wendigen Hunde wie z.B. der Border Collie. Für Agility
sollten im Interesse der Hunde die gleichen Einschränkungen bei Erkrankungen im
Knochenbau gelten wie im THS.
e) Obedience ist noch eine sehr junge Sportart. Wörtlich übersetzt
bedeutet es nichts anderes wie "Gehorsam". Im sportlichen Odedience kommt es aber
nicht einfach nur darauf an, sondern auf absolute Perfektion. Aus verschiedenen
"alten" Disziplinen wurden Teile heraus gelöst, etwas verändert und erschwert. Damit
könnte man Obedience ohne weiteres als die "hohe Schule" des Gehorsams" nennen.
Abwandlungen des Obedience sind das Freestyle Obedience sowie das Dog-Dancing und Heelwork to music. Dies sind jeweils Kür Übungen, deren Choreographie die jeweiligen Hundehalter selbst entwickeln. Je nach Schwierigkeit und Ausführung werden dabei Punkte vergeben. Es ist für Hunde aller Rassen und Größen geeignet, es zählt nur der Spaß an der Arbeit (für den Hund).
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[Stefan Kowalski]
Warum einen Hund sterilisieren oder kastrieren? In erster Linie wird der Grund
bei den meisten Haltern von Hündinnen primär in der Empfängnisverhütung liegen,
und erst in zweiter Linie in den Nebeneffekten. Rüdenbesitzer sind hinsichtlich
der Verhütung meist unsensibler, weil sie sich in der Regel nicht um den Nachwuchs
kümmern müssen. Bei der Kastration von Rüden liegt der Grund meist bei den erwünschten
Nebenwirkungen. Die äußern sich u. a. darin, dass die Hunde nach der Hormonumstellung
ruhiger werden. Gerade bei Haltern dominanter Hunde dürfte das der vorrangige Grund
für eine Kastration sein. Eine weitere Nebenwirkung ist das veränderte Verwerten
des Futters. Viele kastrierte Hunde legen bei gleicher Futtermenge an Gewicht zu.
Kastration oder Sterilisation? Bei der Kastration werden beim Rüden die Hoden und
bei der Hündin die Eierstöcke vollständig entfernt. Oftmals wird bei der Hündin
noch die Gebärmutter entfernt, um späteren Erkrankungen oder Entzündungen vorzubeugen.
Kastrierte Hündinnen werden nicht mehr läufig, kastrierte Rüden "steigen" läufigen
Hündinnen nicht mehr nach.
Bei der Sterilisation werden beim Rüden die Samenleiter, bei der Hündin die Eileiter
durchtrennt, die Organe selbst werden aber nicht entnommen. Sterilisierte Tiere
behalten ihren Geschlechtstrieb, die Sterilisation ist also eine reine Empfängnisverhütung.
Wann sollte der Eingriff gemacht werden? Hier gehen die Meinungen der Tierärzte
auseinander. Bislang galt, dass eine Kastration/Sterilisation erst bei erwachsenen
Tieren vorgenommen wird. Andere Tierärzte vertreten die Meinung, dass der Eingriff
im Junghundalter den Spieltrieb der Hunde länger erhält.
Werden die Hunde zum Neutrum? In der Regel nicht. Erwachsene Hunde haben durch ihre
Sozialisierung genügend Selbstbewusstsein, was durch unkastrierte unsterilisierte
Hunde akzeptiert wird.
Was sagt das Tierschutzgesetz dazu? Der § 6 des Tierschutzgesetztes besagt, dass
ohne medizinische Indikation keinem Wirbeltier Organe entnommen werden dürfen. Bei
strenger Auslegung ist das bei einer Kastration der Fall.
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[Anja Wolf]
An der Lebensspanne des Menschen gemessen, hat der Hund kein langes Leben, es
macht im Durchschnitt etwa ein Siebtel eines Menschenlebens aus. Manche, vor allem
die sehr großen und schweren Rassen werden im Mittel nur etwa sieben bis neun Jahre
alt, mittlere und kleine Rassen bringen es auf vierzehn und mehr Jahre. Die Gnade,
dass unser alter Freund und Gefährte schmerzlos und schnell an Altersschwäche stirbt,
wird leider weder ihm noch uns oft zuteil. Diese Entscheidung wird uns in den meisten
Fällen nicht abgenommen.
Wir haben viel Freude miteinander geteilt, sind viele frohe Wege gegangen, es liegt
an uns und sollte selbstverständliche, wenn auch schwere Pflicht sein, auch den
letzten Gang gemeinsam zu gehen. Dort, wo ein Hund leidet, sei dies körperlich mit
Schmerzen oder auch geistig, weil er gewisse Körperfunktionen nicht mehr unter Kontrolle
hat - und ihm dies sichtlich unangenehm ist - sollten wir eine Euthanasie in Betracht
ziehen. Wo deutlich wird, dass nicht mehr das Leben, sondern nur mehr das Sterben
verlängert wird - wo die Würde des Tieres leidet.
Lieben heißt auch Loslassen können - den eigenen Schmerz und die Angst vor dem Verlust hintanzustellen.
Bei dieser Entscheidung sind Gespräche mit anderen Hundehaltern hilfreich, bei der Entscheidungsfindung kann uns der Tierarzt des Vertrauens beratend beistehen, und abklären, ob ein Hundesenior nur alt und dattrig ist (und wir öfter ´mal hinterher putzen müssen) oder ob die Lebensqualität des Hundes entscheidend leidet.
Wo irgend möglich, würde ich immer anraten, NICHT mit dem Hund in die Praxis
zu fahren, sondern den Tierarzt zu sich heim kommen zu lassen, damit der Hund in
vertrauter Umgebung einschlafen kann. Vielen ist diese Möglichkeit nicht bekannt
- ein guter Tierarzt sollte dafür Verständnis und Zeit aufbringen. Der Tierarzt
setzt in aller Regel erst ein Beruhigungsmittel und dann das Narkotikum. Der Hergang
ist derselbe, wie wir ihn auch vor OP´s oder dem HD-Röntgen kennen - für den Hund
mit keinerlei Schmerzen verbunden. Er schläft einfach ein.
Wer über ein eigenes Grundstück verfügt, kann seinen Hund im Garten beerdigen, wo
dies nicht möglich ist, bietet sich ggf. ein Tierfriedhof an. Möglich wäre es auch,
Freunde oder Verwandte mit eigenem Grundstück anzusprechen, ob der Hund dort beerdigt
werden kann. Immerhin ist es tröstlich, zu wissen, der Freund langer Jahre landet
nicht in der Tierkörperverwertung und wird verbrannt. Für das Begraben auf eigenem
Grundstück gibt es gewisse Vorlagen, dies darf nicht in Wasserschutzgebieten geschehen
und das Grab muss eine Tiefe von 1,50 Metern aufweisen.
[Manfred Hoelzel]
die Gesetzeslage zu "Anleinpflicht/Leinenzwang" ist von den gesetzlichen Bestimmungen
her weit gefächert und kann zudem von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich
sein.
Grundsatz:
Im Gegensatz z.B. zu Frankreich (gesetzlicher Leinenzwang in freiem Gelände)
gibt es bei uns grundsätzlich keinen generellen Leinenzwang für Hunde. Aus
Tierschutzgründen
(Hund ist ein Lauftier und kann ohne entsprechende Bewegungsmöglichkeit Schäden
erleiden) wird ein gesetzlicher Leinenzwang von Tierschutzverbänden abgelehnt!
Die Rechtsgrundlagen rund um das Anleinen hier zusammengefasst:
1. Jagdrecht:
Ordnungswidrig handelt, wer Hunde unbeaufsichtigt in einem Jagdbezirk laufen
lässt (z. B. Paragraph 41 Abs. 1 Nr. 16 Landesjagdgesetz Rheinland-Pfalz). (Der Jagdbezirk
umfasst alle verpachteten Flächen, also z.B. Wald, Felder, Gewässer, Wege. Eine
Anleinpflicht kennt das Gesetz nicht).
Achtung, Achtung!
Hunde können nach den weit gefassten Jagdschutzbestimmungen von Jägern einfach
totgeschossen werden, wenn sie "wildern". Dazu genügt i. d. R., dass sie frei umherlaufen
und nach Wildspuren suchen.
2. Tierseuchenrecht:
In tollwutgefährdeten Bezirken dürfen Hunde, die nicht gegen Tollwut geimpft
sind, außerhalb geschlossener Ortschaften nur an der Leine geführt werden (Paragr.
8 Abs. 3 Tollwut-Verordnung).
3. Straszenverkehrsrecht:
Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefaehrden koennen, sind von der Strasze
fernzuhalten(Paragr. 28 Abs. 1 i.V.m. 49 Abs. 2 Nr. Straszenverkehrsordnung. (Die
StVO gilt auch auf Feld- und Waldwegen. Hunde, wenn sie gehorsam sind, brauchen
auf Straszen mit maeszigem Verkehr i.d.R. nicht an der Leine gefuehrt zu werden;
so Hamm, VRS 14 472; KG VRS 21 143).
4. Polizei- und Verwaltungsrecht:
4.1 Gefahrenabwehrverordnung "Gefaehrliche Hunde"
Gemaesz Paragr. 3 Abs. 4 der ab 01.11.1996 in Rheinland-Pfalz geltenden Gefahrenabwehrverordnung
sind gefaehrliche Hunde auszerhalb des befriedeten Besitztums anzuleinen und mit
einem Maulkorb zu versehen.
4.2 Satzungen
Verschiedene (Benutzungs-)Satzungen koennen die Mitnahme von Hunden auf Friedhof,
Spielplatz, Freibad u.ae. regeln und z.B. vorschreiben, dass ein Hund nur angeleint
auf einen Friedhof oder eine Liegewiese mitgenommen werden darf.
5. Strafrecht:
Wird insbesondere durch einen nicht angeleinten Hund ein Mensch verletzt, kann
dies strafrechtliche Folgen haben, z.B. wegen fahrlaessiger Koerperverletzung gemaesz
Paragr. 230 StGB.
5.1 Ordnungswidrigkeitenrecht:
Ordnungswidrig handelt, wer ein boesartiges Tier sich frei umherbewegen laeszt oder
wer es als Verantwortlicher fuer die Beaufsichtigung eines solchen Tieres unterlaeszt,
die noetigen Vorsichtsmasznahmen zu treffen, um Schaeden durch das Tier zu verhueten(Paragr.
121 Abs. 1 OwiG).
6. Waldgesetz:
In den Landesforstgesetzen kann bestimmt sein, dasz im Wald nur angeleinte Hunde
mitgefuehrt werden duerfen.
7. Haftungs- und Versicherungsrecht:
Im Groszstadtverkehr oder auf Autobahnraststaetten sind vor allem Junghunde
an die Leine zu nehmen. Gleiches gilt fuer Hunde, die bissig sind oder andere Leute
anspringen. Zur Setz-, Brut- und Aufzuchtszeit sollten Hunde in Feld und Wald nicht
frei umherlaufen.
Kommt vor allem durch einen nicht angeleinten Hund ein Mensch, ein Tier oder eine
Sache zu Schaden, so haftet der Hundehalter nach Paragr. 833 BGB fuer den entstandenen
Schaden.
8. Zivilrecht:
Zivilrechtlich haben Personen die Moeglichkeit einer (Unterlassungs-)Klage gegen
einen Hundehalter, wenn dieser seinen (bissigen) Hund frei umherlaufen laeszt und
dadurch eine Gefahr fuer Anwohner besteht(Paragr. 1004 BGB). Die Eigentuemer privater
Grundstuecke und Wege brauchen den freien Auslauf von Hunden nicht zu dulden, insbesondere
wenn die Hunde den Garten "waessern" und "duengen" oder Vieh beunruhigen Besitzstoerungsklage).
Von Hunden angegriffene Menschen haben ein Notrecht gemaezs Paragr. 34 StGB und
228 BGB.
Der verantwortungsbewuszte Hundefuehrer sollte seinen Hund anleinen, wenn dies noetig
ist, damit andere nicht durch seinen Hund belaestigt, gefaehrdet oder geschaedigt
werden und vor allem insbesondere immer dann, wenn zu befuerchten ist, dasz der
Hund sich seiner Einwirkung entzieht. Der Hundefuehrer hat dabei auch eine moralische
Verpflichtung gegenueber Mitmenschen und anderen Tieren.
Fazit:
Es geht in der Praxis in erster Linie nicht um die Frage einer gesetzlichen
Anleinpflicht, sondern um eine verantwortungsbewuszte Beaufsichtigung des Hundes.
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Ein Hund soll her. Da muss ich zuerst einmal schauen, ob das überhaupt sinnvoll ist, bzw. ob ich mir überhaupt einen Hund leisten kann. Wie viel Zeit kann ich für den Hund am Tag aufwenden? Wie lange muss der Hund am Tag alleine sein? Bin ich bereit meine Urlaubswünsche dem Hund anzupassen? Kann ich dem Tier genügend Auslauf bieten? Bin ich bereit mich die nächsten 8-15 Jahre zu binden? Ist der Vermieter einverstanden? Diese Fragen sollten vor der Anschaffung eines vierbeinigen Mitbewohners erstmal geklärt sein. Auf einen Hund als Geburtstagsgeschenk sollte man verzichten.
Zeit
Ein Hund ist ein Rudeltier. Das heißt er ist nicht gerne allein. Er ist immer gerne in (vertrauter) Gesellschaft. Gerade bei Welpen sollte im ersten halben Lebensjahr eine 24h-Betreuung sichergestellt werden. Auch ein erwachsener Hund ist nicht gerne allein. Höchstens für 3-4 Stunden am Tag erscheint das vertretbar. Länger (bis 8 Stunden) sollten die absolute Ausnahme sein. Kann ich das sicherstellen? Ein Hund muss mindestens drei mal am Tag raus. Davon zweimal (je nach Größe) für mindestens eine Stunde. Bei _jedem_ Wetter. Bin ich dazu bereit? Kann ich das für die nächsten 8-15 Jahre garantieren? Gibt es in meiner Umgebung genügend Auslaufflächen für den Hund? Oder muss erst mal irgendwohin fahren?
Beschaffung
Soll es ein Rassehund sein oder kann es auch ein Mix sein? Bei einem Mix würde
ich mich im Bekanntenkreis, Tierheim und Zeitung umsehen. Wobei man im Tierheim
unter Umständen schon gut erzogene Hunde, bei denen Stubenreinheit z.B. kein Thema
mehr ist, bekommen kann. Aber auch die brauchen am Anfang meist unheimlich viel
Zuwendung, um zu einem Menschen Vertrauen zu fassen. Davon lebt ein Hund (auch).
Bei Rassehunden wendet man sich am besten an einen erfahrenen Züchter. Unter Umständen
kann man die aber auch aus dem Tierheim holen. Da aber meist ohne Papiere. Verzichten
sollte man bei Annoncen in Zeitungen, in denen mehrere Rassen auf einmal angeboten
werden. Ebenso sind Importe aus Osteuropa abzulehnen. Meist handelt es sich hier
um Tierhändler und Massenvermehrer, die auf die Gesundheit der Tiere keinen Wert
legen, und nur auf Profit aus sind. Auch Hunde von so genannten 'Zoofachgeschäften'
würde ich nicht nehmen. Diese beziehen ihre Tiere oft aus dubiosen Quellen. Zuchtverbände
und Züchter findet man im Internet beim VDH, ÖKV, und bei hunde.com. Adressen siehe
unten.
Dies klingt alles sehr negativ. Ich will nur auf die auch vorhandenen Probleme in
der Hundehaltung aufmerksam machen. Es gibt natürlich auch sehr viele schöne Seiten
an der Hundehaltung. Ich möchte meinen Vierbeiner nicht mehr missen.
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Da wären zuerst einmal die Anschaffungskosten. Je nach Rasse geht das dann bei einem seriösen Züchter schnell deutlich über tausend Mark. Mischlinge und Tierheimhunde sind da oft viel günstiger. Aber ein- oder zweihundert Mark sind auch da normal. Bei Welpen soll man dann die Kosten für angenagtes Mobiliar und zerfetzte Schuhe und Kleidung nicht außer acht lassen. Der Punkt kann nicht beziffert werden, rechnet sich aber u. U. schon. Nahrung kommt (je nach Größe und Robustheit des Hundes) auf bis zu 50,- € im Monat. Tierarzt (zwei mal entwurmen, einmal impfen) ohne Krankheiten auf ca. 60,- € im Jahr. Eine Haftpflichtversicherung ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber sehr sinnvoll. Je nach Gesellschaft kommen da dann noch mal 65,- bis 150,- € im Jahr dazu. Und dann noch Vater Staat, bzw. hier die Gemeinde: Hundesteuer: Zwischen nix (ja das gibt's :-))))) und ~300,- € ist alles drin. Bei bestimmten Rassen auch deutlich mehr. Hier muss man sich zuerst bei der Stadt/Gemeinde schlau machen. Ohne unvorhersehbare Kosten (Krankheit, Unfall, o. ä.) kostet ein Hund also mind. 300,- € im Jahr (also 25,- € im Monat) und 1100,- € im Jahr und mehr (eher selten). Ein im allgemeinen realistischer Mittelwert ist bei ca. 50,- € im Monat an laufenden Kosten.
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[Anja Wolf]
Unter planmäßiger Hundezucht versteht man nicht die Vermehrung der Rasse (oder
bei Mischlingen - zweier Eltern), sondern die Erhaltung und möglichst Verbesserung
der Rasse.
Verbesserung im Hinblick auf ein angestrebtes Zuchtziel, dessen Vorgabe der Standard
der jeweiligen Rasse ist.
Man wird hier nicht in allen Punkten Perfektion anstreben können, Hunde werden nicht
am Reißbrett entworfen - sollte sein Augenmerk auf einige wichtige Punkte legen,
und versuchen, diese zu festigen oder ggf. zu verbessern.
Oberstes Ziel sollte jedoch immer Gesundheit, ein rassetypisches Wesen und Vitalität
sein.
Dies vorab. Als Züchter gilt der Eigentümer der Hündin zum Zeitpunkt des Belegens.
Bevor man den Weg einschlägt, seine Hündin belegen (decken) zu lassen, sollte
man sich darüber klar sein, dass mit der Züchterei ein erheblicher Zeit - und Kostenaufwand
verbunden ist. Geeignete Rüden müssen begutachtet, ggf. Ausstellungen besucht werden,
Telefonate geführt, Räumlichkeiten geschaffen werden. Ein Wurf macht eine Menge
Freude, aber auch allerhand Dreck - Aufzucht in der Küche ist nur für Hartgesottene
zu empfehlen. Unter Umständen findet man auch nicht für alle Welpen sofort Käufer,
bei großen oder in der Haltung anspruchsvollen Rassen bleiben einem u. U. ein oder
mehrere Welpen eine Weile erhalten. Die wollen untergebracht sein, gefüttert, erzogen,
tierärztlich versorgt. Wurmkuren und Impfungen kosten zusätzlich. Man ist gut beraten,
sich bei Wurfplanung schon mal Geld beiseite zu legen . Wer nur züchtet, weil er
denkt, das bringt Geld in die Kasse, kann böse Überraschungen erleben.
Die Hündin per Kaiserschnitt entbunden, nur zwei lebende Welpen, und schon steht
man beim Tierarzt mit 250,- € in der Kreide. Welpenkäufer wollen beraten werden,
unter ihnen ist eine Auswahl zu treffen (man sollte gewiss auch NEIN sagen können)
- die Kaffeemaschine läuft heiß, das Telefon steht nicht mehr still - und man fragt
sich, wann man eigentlich das letzte Mal 8 Stunden durchgeschlafen hat. All dies
sollte man bedenken, bevor man sich mit Zuchtambitionen trägt.
[Anja Wolf]
Nun, dazu braucht es erstmal eine Hündin, die möglichst viele gute Eigenschaften
haben sollte . Vor allem sollte sie gesund sein, bei vielen Rassen ist das Röntgen
auf HD Pflicht, bei anderen sind Augenuntersuchungen vorgeschrieben, wieder andere
werden auf andere erbliche Defekte untersucht. Zuchtverbände schreiben das vor,
und sie wissen, warum. Wer denkt, er habe es nicht nötig, sich solcher Diktatur
zu unterwerfen, ist kein Freigeist, sondern ein Pfuscher . Es ist nämlich weder
für den später geborenen Welpen, noch für dessen Besitzer erbaulich, einen kranken
Hund zu haben . Dies passiert manchmal leider trotzdem, aber man hat als Züchter
zumindest Vorsorge getroffen, alle möglichen Risiken auszuschließen. In den meisten
Zuchtverbänden des VDH ist eine oder mehrere Ausstellungsbesuche vorgegeben, und/oder
eine Körung. Hier wird festgestellt, inwieweit die zur Zucht vorgesehenen Tiere
dem Standard entsprechen . Bei erheblichen Mängeln erfolgt keine Zulassung zur Zucht.
( Zahnfehler sind ein solcher Mangel). Bei kleineren Abweichungen vom Standard erfolgen
manchmal Empfehlungen oder Auflagen, den Zuchtpartner betreffend, um diese Abweichungen
auszugleichen.
Seinen Sie bitte nicht böse oder ungehalten, wenn Ihre Hündin oder Ihr Rüde die
Zuchtzulassung nicht erhält. Die jeweiligen Richter, die Körkommission wollen Ihnen
nichts, sie haben auch nichts gegen ihren Hund. Aber : Es muss nun mal nicht jeder
Hund in die Zucht, auch wenn Sie ihn noch so sehr lieben, und er für Sie ohnehin
der Schönste ist . Im Standard ist ziemlich genau festgeschrieben, welche Abweichungen
tolerabel sind, und welche nicht . Ließe man das alles zu, würde sich die Rasse
evtl. in eine Richtung entwickeln, die SO nicht gewollt ist. Beugen Sie sich dem,
Sie können den Standard nicht umschreiben. Gut, nehmen wir also an, ihre Hündin
hat die Körung oder Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP) bestanden, alle Gesundheitszeugnisse
und Röntgenbilder sind im "grünen" Bereich. ( Manche Rasseverbände schreiben Arbeitsprüfungen
und/oder Wesenstests als Bestandteil der Körung vor ).
Nun müssen Sie noch einen Zwingerschutz beantragen, der wird dann entweder national
(VDH) oder international (FCI) geschützt . In ersterem Fall darf dann niemand in
Deutschland diesen Namen verwenden, in letzterem niemand, der in einem der FCI angeschlossenen
Verbände züchtet.
In manchen Verbänden wird noch eine Zwingerabnahme vorgenommen, d.h. ein oder mehrere
Zuchtwarte oder Landesgruppenbetreuer besichtigen den Ort, wo Sie zu züchten beabsichtigen.
Vermutlich wird Ihnen vom VDH kein Zwingerschutz erteilt, wenn Sie Bernhardiner
im vierten Stock eines Hochhauses züchten wollen. Oder im zwei km entfernt gelegenen
Schrebergarten.
Sind die Voraussetzungen auch in dieser Hinsicht günstig, steht dem Einstieg in
die Züchterei eigentlich nur mehr wenig im Weg. Nur Erfahrung und Kenntnisse müssen
Sie möglichst noch ein paar sammeln.
Womit wir zum nächsten Punkt kommen:
[Anja Wolf]
Zum einen die Zuchtwarte in Ihrem Verband , egal, welche Frage, Sie können sich
in aller Regel an diese wenden. Alle Fragen, die das Zuchtgeschehen, Ablauf, Deckakt,
Trächtigkeit, Rechtsfragen betreffen, sollten hier beantwortet werden können.
Weiters empfehle ich Fachliteratur.
Und darüber hinaus noch ein Tipp: Suchen Sie sich einen Züchter in Ihrer Nähe, er
muss nicht zwangsläufig dieselbe Rasse züchten - sollte aber möglichst Erfahrung
haben (d. h. mehr als einen Wurf selbst gezogen) . Machen Sie sich dort schlau, bohren
Sie, löchern Sie mit Fragen , ein guter Züchter ist manchmal mehr wert, als ein
Tierarzt. Wenn es irgend geht, schauen Sie sich einen oder mehrere Deckakte an,
schön wäre auch das Dabeisein bei einer Hundegeburt, das Miterleben der Aufzuchtphase.
Das sind Dinge, die man erleben muss, dabei können Bücher helfen, ersetzen können
Sie sie nicht .
Hundezucht ist ein faszinierendes, spannendes Hobby, mit traurigen und glücklichen
Momenten.
Ich wünsche Ihnen viel Glück dabei.
(habe ich nicht unterbringen können, passt z. T. zu Verschiedenem)
Verbände:
-- Auflistung von FCI-Verbänden :
http://www.bestdogs.com/FCI/FCI-Eur.htm
-- VDH Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.:
http://www.vdh.de
-- ÖKV Österreichischer Kynologenverband :
-- ÖGV Österreichischer Gebrauchshundesport - Verband :
http://www.oegv.at
Sonstige:
-- Rund um den Hund : http://www.hunde.com/
-- Hundeinformationszentrum Österreich :
http://hund.at
-- http://www.hundewelt.de
-- http://www.bestdogs.com
andere Newsgroups:
news:de.rec.tiere.misc
news:de.markt.tiere
rec.pets.dogs.* (englisch): zum Teil sehr gute FAQ's
Kritisch? Welche Webseite ist informativ welche zu kommerziell?
Hinweise zur besseren Lesbarkeit (geliehen von Boris Piwinger)
=====================================
...dieser Newsgroup:
- Nur so viel quoten, wie unbedingt nötig, insbesondere
+ keine Komplettquotings und
+ nicht nach dem eigenen Text den Text des Vorschreibers anhängen,
das liest dann eh keiner mehr.
- Quotes durch vorgestelltes Größerzeichen (>) am Anfang jeder zitierten Zeile
kennzeichnen, keine Zusätze (beispielsweise Namenskürzel oder Einrückungen) verwenden.
- Quotes nicht umbrechen.
- Zwischen gequotetem Material und eigenem Text eine Leerzeile einfügen.
- Kein HTML in den News, auch nicht alternativ.
- Die "vcard" oder ähnliche Anhängsel bitte abstellen.
- Signatures maximal vier Zeilen lang. Davor eine Zeile die zwei Minus- und ein
Leerzeichen (in dieser Reihenfolge und kein Zeichen
mehr) enthält.
- Realname in der From-Zeile angeben (bei AOL ist das nicht möglich, in diesem
Falle Signature verwenden).
- Eigene Artikel vom *Server* lesen. Einige Reader zeigen nicht, wie der später
gepostete Text aussieht.
Außerdem empfiehlt sich für Usenet-Anfänger die Lektüre
news:de.newuser.info. Damit lassen sich schon
viele Fehler vermeiden.
Danke an...
===========
Alexandra Eisner
Manfred Wolff
Boris 'pi' Piwinger
Helmut Steinberger
Stefan Kowalski
Carl Wiegand
Anja Wolf
Julia Behre
Manfred Hoelzel
Thomas Langer
Kai Juerges
...und alle anderen, die bei der Erstellung dieser FAQ mitgemacht haben, die ich
hier aber vergessen habe
Zum Abschluss
10 Bitten eines Hundes an den Menschen
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1. Hund anschaffen
Überlegungen davor
Kennzeichnung Tattoo, Transponder, Eintrag Tasso u. a.
2. Haltung
Zwinger
Haus
Koppel
Einzelhund / Mehrere Hunde
mit anderen Haustieren
3. Fortpflanzung
Zyklus der Hündin
Verhütung
Sterilisation der Hündin (Vor-/Nachteile, Tierschutzgesetz)
Kastration der Hündin V/N
Sterilisation des Rüden V/N
Kastration des Rüden V/N
Wenn's passiert ist
Besonderheit während der Trächtigkeit (Ernährung, Verhalten, ...)
Geburtsvorbereitung, -unterstützung
Pflege der Welpen und der Mutter /Rolle des Rüden, . . . wenn im Haus
Zufüttern
Abgabevertrag
4. Erziehung
Prägung
Sozialisierung
spezielle Probleme (Anspringen, Bellen, Aufreiten, Flugreise, Alleinsein, Autofahren, ...)
Belohnen / Bestrafen
5. Ausbildung
6. Sport / Spiel
Welpenspiele
mit dem erwachsenen Tier
Agility
7. Ernährung
Welpe
Erwachsener
Senior
während der Trächtigkeit
während Krankheit / Diät
Leckerli
verboten
8. Krankheiten
A. Begriffe
SCHH, ..., Körperteile, VDH, ...
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1. Haltung, Kauf, Abgabe, Tod
1.1. Hund anschaffen
1.1.1. Überlegungen
1.1.2. Züchter, Tierheim, privat
1.1.3. Kennzeichnung Tattoo, Transponder, Eintrag Tasso u. a.
1.2. Hundehaltung
1.2.1 Bedürfnisse des Hundes
1.2.2 Haltung im Zwinger
1.2.3 Haltung im Haus
1.2.4. Einzelhund / Mehrere Hunde
1.2.5. Verträglichkeit mit anderen Haustieren
1.3. Abgabe
1.3.1. Privater Verkauf
1.3.2. Tierheim
1.4. Tod
1.4.1. Einschläfern beim Tierarzt
1.4.2. Tierfriedhöfe
1.4.3. Begraben im eigenen Garten
2. Erziehung
2.1. Was bedeutet Erziehung und warum ist sie so wichtig?
2.2. Prägungsspieltage
2.3. Junghunderziehung
2.4. Sozialisierung
2.5. Spezielle Probleme
2.5.1. Anspringen
2.5.2. Bellen im Garten / am Gartenzaun
2.5.3. Bellen im Auto
2.5.4. Bellen in der Wohnung
2.5.5. Aufreiten
2.5.6. Autofahren
2.5.7. Flugreise
2.5.8. Mein Hund bleibt nicht allein
2.5.9. Mein Hund läuft bei Freilauf weg
2.5.10. Mein Hund geht wildern
2.5.11. Wie erzieht man seinen Hund zur Leinenführigkeit?
3. Ausbildung
3.1. Was ist Schutzhundsport?
3.2. Was ist Agility?
3.3. Was ist Turnierhundsport
3.4 Was ist Obedience?
3.5 Was ist Flyball?
3.6 Was ist Mondioring/Ringsport?
3.7. Belohnen / Bestrafen vs. Verstärken
3.7.1. Warum ist Belohnen / Bestrafen so zweifelhaft?
3.7.2. Warum wirkt Verstärkung so viel besser?
3.7.3. Warum ist jegliche Gewalt in der Ausbildung überflüssig?
3.8. Clickertraining
3.8.1. Was ist Clickertraining?
3.8.2. Wo finde ich darüber Information?
3.8.3. Wo bekomme ich einen Clicker her?
3.9. Wie bringe ich meinem Hund Apportieren bei?
3.10. Wie bringe ich meinem Hund Fährten bei?
3.10.1. Wie lernt mein Hund "verweisen" in der Fährte?
3.11. Welche Kunststückchen kann mein Hund lernen?
3.12. Warum ist die Aussage "Ein Hund muss unterworfen werden" falsch und geradezu
unsinnig?
4. Gesundheit
4.1. Was bedeutet HD / Hüftgelenksdysplasie
4.2. Was bedeutet PRA
4.3. Was bedeutet Magendrehung?
4.4. Welchen Einfluss haben Purine in der Ernährung des Dalmatiners?
5. Ernährung
5.1. Warum rohes Ei ungesund für den Hund ist?
5.2. Was passiert, wenn ich Knoblauch überdosiere
5.3. Ernährung allgemein
5.3.1. Soll ich mein Hundefutter selbst zubereiten?
5.3.2. Darf der Hund Essensreste vom Tisch erhalten?
5.3.3. Ist rohes Fleisch vom Metzger in Ordnung?
5.3.4. Können Hund vegetarisch ernährt werden?
5.4. Ernährung des
5.4.1. Welpen
5.4.1. Junghundes
5.4.2. Erwachsener Hund
5.4.3. Alter Hund
5.4.4. Übergewichtiger Hund
5.4.5. Während der Trächtigkeit
5.4.6. Während Krankheit / Diät
6. Ursprung/Domestikation
6.1. Die Abstammung des Hundes
6.2. Weitere wildlebende Caniden
7. Zucht / Aufzucht / Fortpflanzung
7.1. Zyklus der Hündin
7.2. Verhütung
7.2.1. Sterilisation der Hündin (Vor-/Nachteile, Tierschutzgesetz)
7.2.2. Kastration der Hündin V/N
7.2.3. Sterilisation des Rüden V/N
7.2.4. Kastration des Rüden V/N
7.2.5. Wenn's passiert ist
7.2.6. Besonderheit während der Trächtigkeit (Ernährung, Verhalten, ...)
7.2.7. Geburtsvorbereitung, -unterstützung
7.2.8. Pflege der Welpen und der Mutter /Rolle des Rüden
7.2.9. Zufüttern / Ernährung der Welpen, der Mutter
7.2.10. Abgabevertrag
8. Verhaltensbiologie / Ethologie / Das Wesen des Hundes
8.1. Aggression als natürliches Verhalten
8.2. Einfluss von Dominanz in der Mensch-Hundebeziehung
8.3. Psychohydrauliche Triebstau-Modelle als Wissenschaftshistorie.
8.4. Was ist dran an der Instinkthierachrchie, den sich überlagernden Trieben? (Oder auch nur Wissenschaftshistorie)
8.5. Was bedeutet Handlungsbereitschaft (innere Gestimmtheit) und äußere Reize im Hinblick auf doppelte Quantifizierung?
8.6. Wie unsinnig ist die Reduzierung eines Hundes auf 50, 100 Triebe?
8.7. Ursprung von Verhaltensstörungen
8.8. Warum gibt es zoologisch betrachtet keine Kampfhunde?
8.9. Was sind gefährliche Hunde?
8.10. Was bedeutet soziale Kompetenz in der Mensch/Hund-Beziehung?
8.11. Warum ist jegliche Gewalt im Umgang mit dem Hund überflüssig?
9. Gesetzgebung / Recht
9.1. Hund in Mietwohnung
9.2. Bellen als Belästigung im Wohngebiet
9.3. Kampfhundeverordnung / Verordnung über gefährliche Hunde
10. Abkürzung / Begriffe / Wörterbuch
SchH
IPO
FCI
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