Netiquette |
| Von: Andreas
M. Kirchwitz <amk@krell.snafu.de> Betreff: <1997-07-05> Netiquette fuer "de.*" Datum: Freitag, 5. Februar 1999 00:00 |
Archive-name: de-newusers/netiquette Posting-frequency: weekly Last-modified: 1997-07-05 URL: http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette |
Die Netiquette soll Ihnen helfen, die Sitten und Gebräuche kennenzulernen,
die sich im deutschsprachigen Teil des Usenets (den "de.*" Newsgruppen)
eingebürgert haben.
So können Sie einige der häufigsten Stolpersteine vermeiden.
Es folgen einige Tips, wie man das Netz effizient und auch höflich zur
Zufriedenheit aller benutzen kann (und sollte):
- Vergessen Sie niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch
sitzt!
- Erst lesen, dann denken. Noch einmal lesen, noch einmal denken. Und _dann_ erst posten!
- Ihre Artikel sprechen für Sie - Seien Sie stolz auf sie!
- Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie einen Artikel schreiben!
- Vernachlässigen Sie nicht die Aufmachung Ihres Artikels!
- Achten Sie auf die "Subject:"-Zeile!
- Denken Sie an die Leserschaft!
- Vorsicht mit Humor, Ironie und Sarkasmus!
- Kürzen Sie zitierten Text auf das notwendige Minimum!
- Geben Sie eine Sammlung Ihrer Erkenntnisse an das Netz weiter!
- Achten Sie auf die gesetzlichen Regelungen!
- Benutzen Sie Ihren wirklichen Namen, kein Pseudonym!
- Vorsicht mit Binaries und Multipart-Artikeln!
Wenn sie ihre Artikel verfassen, denken viele Leute leider nicht daran, dass
die Nachrichten nicht von Computern gelesen werden, sondern von anderen
Menschen.
Ihre Nachricht kann nicht nur von Leuten im deutschsprachigen Raum gelesen
werden, sondern auf der ganzen Welt. Lassen Sie sich also besser nicht zu
verbalen Ausbrüchen hinreissen.
Bedenken Sie: Je ausfallender und unhöflicher Sie sich gebärden, desto weniger
Leute sind bereit, Ihnen zu helfen, wenn Sie selbst einmal etwas brauchen.
Eine einfache Faustregel: Schreiben Sie nie etwas, was Sie dem Adressaten nicht
auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würden.
Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem schriftlichen Medium besonders hoch. Vergewissern Sie sich mehrmals, dass der Autor des Artikels, auf den Sie antworten wollen, auch das gemeint hat, was Sie denken. Insbesondere sollten Sie darauf achten, ob nicht vielleicht Ironie, Sarkasmus oder eine ähnliche Variante des Humors benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol ":-)" zu kennzeichnen.
Ihr Artikel wird an ein Millionenpublikum weltweit verteilt. Teilen Sie daher
etwas Neues mit, wenn Sie einen Artikel schreiben!
Machen Sie Ihren Standpunkt klar, und drücken Sie sich verständlich aus. Durch
schlüssige Argumentation können Sie von vornherein viele Missverständnisse
vermeiden.
Denken Sie aber daran, dass niemand gerne Artikel liest, die mehrere hundert
Zeilen lang sind. Ihr Artikel sollte kurz und prägnant sein, jedoch ohne dass
dabei das Verständnis auf der Strecke bleibt.
Wer eine Signatur unter seinem Artikel verwenden möchte, sollte dort etwas
mitteilen, das noch nicht aus seinem Artikel oder dessen Header hervorgeht. Die
Signatur sollte maximal 4 Zeilen lang sein.
Der sogenannte Footer ist im Usenet unüblich und unerwünscht. Man bezeichnet
damit im Allgemeinen einen von der Software selbst erstellten Text, der
automatisch dem Artikel-Inhalt (Message-Body) hinzugefügt wird. Im Gegensatz
zur Signatur entzieht sich der Footer im Wesentlichen dem Einfluss des Benutzers
(z.B. Hinweise, durch welche Programme der Artikel verarbeitet wurde).
Ebenfalls unerwünscht sind sogenannte "human gateways". Man sollte
nicht seine Aufgabe darin sehen, Artikel aus verschiedenen für jedermann
zugänglichen anderen Newsgruppen, Netzen oder Informationsdiensten (z.B.
Z-Netz, T-Online, Videotext, AOL, CompuServe usw.) ins Netz weiterzuleiten.
Die meisten Leute im Netz kennen und beurteilen Sie nur aufgrund dessen, was
Sie in News und Mail schreiben. Versuchen Sie daher, Ihre Artikel leicht
verständlich und möglichst fehlerfrei zu verfassen.
Ein Wörterbuch neben dem Rechner mag als Übertreibung erscheinen, andererseits
wird ein möglichst fehlerfreier und gut formulierter Artikel ernster genommen
als ein vor Fehlern beinahe unleserlicher oder durch schlechte Wortwahl
unverständlicher Artikel.
Bedenken Sie, dass Ihr Anliegen schlecht vertreten wird durch einen Artikel, der
nicht elementaren Anforderungen an Stil, Form und Niveau genügt.
Vielleicht lesen Ihre zukünftigen Kollegen oder Ihr zukünftiger Chef mit.
Vorurteile bilden sich leicht.
Einige Leute denken, es reiche aus, einen Artikel in wenigen Minuten in den
Rechner zu "hacken". Besonders im Hinblick auf die vorangegangenen
Punkte ist das aber kaum möglich. Sie sollten sich Zeit nehmen, um einen
Artikel zu verfassen.
Vergewissern Sie sich vor dem Schreiben, ob nicht bereits andere eine
gleichwertige Antwort verfasst haben. Dadurch kennen Sie einen Teil der
nachfolgenden Diskussion und können vorgebrachte Argumente bei Ihrem Beitrag
schon berücksichtigen.
Jeder Artikel sollte vor dem endgültigen Abschicken mindestens einmal
vollständig durchgelesen und überarbeitet werden.
Manchmal empfiehlt es sich auch, den Artikel noch einmal zu überschlafen. Oft
stellt sich am nächsten Tag heraus, dass man zu impulsiv reagiert oder eine
Beleidigung verfasst hat.
Durch Groß- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher. Absätze dienen
der Gliederung und lockern den Text auf. Darüber hinaus sollten Punkte und
Kommas selbstverständlich sein.
Eigener und zitierter Text sollten grundsätzlich durch eine Leerzeile getrennt
werden. Auf Blocksatz verzichten Sie besser, da unterschiedlich breite
Leerschritte das Lesen erschweren.
Sie sollten die Breite der eigenen Zeilen unter etwa 70 Zeichen halten, damit
auch nach mehrmaligem Zitieren von Text (Quoten) die Standardzeilenbreite von 80
Zeichen nicht überschritten wird. Zudem wissen professionelle Schreiberlinge
längst, dass Zeilen mit mehr als etwa 70 Zeichen vom Menschen nur noch mit
Anstrengung zu lesen sind (zählen Sie doch einmal die Zeichen pro Zeile in
Ihrer Tageszeitung).
Weitere grundlegende Hinweise zur Textgestaltung finden Sie beispielsweise im
Duden (Regeln für das Maschinenschreiben) oder in der entsprechenden DIN 5008
(Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung).
Wenn Sie einen Artikel verfassen, achten Sie bitte besonders auf den Inhalt
der "Subject:"-Zeile (umgangssprachlich auch "Betreff" oder
"Thema" genannt). Hier sollte in kurzen Worten (möglichst unter 40
Zeichen) der Inhalt des Artikels beschrieben werden, so dass ein Leser
entscheiden kann, ob er von Interesse für ihn ist oder nicht.
In länger dauernden Diskussionen kann es passieren, dass das Thema, über das
debattiert wird, vom ursprünglichen "Subject" abweicht. Bitte ändern
Sie die "Subject:"-Zeile entsprechend ab. Eine gute Angewohnheit ist
es, wenn Sie das alte Thema zusätzlich auch noch angeben; bei Antworten auf
solche Artikel (Followups) sollte das alte Thema aber entfernt werden. Ein
Beispiel:
Bei einem Followup schlägt Ihr Newsreader standardmäßig das alte (bisherige)
Thema vor:
Subject: Re: Kohlrabi im Vorgarten
Die Diskussion ist aber längst auf das Thema "Erbsen im Treibhaus"
abgeschweift. Benutzen Sie das spezielle Schlüsselwort "was:" und
ändern sie wie folgt:
Subject: Erbsen im Treibhaus (was: Kohlrabi im Vorgarten)
Followups auf Ihren neuen Artikel sollten nur noch das Thema
Subject: Re: Erbsen im Treibhaus
erhalten.
Überlegen Sie sich vor dem Posten eines Artikels oder Followups, welche
Leute Sie mit Ihrer Nachricht erreichen wollen. Ein Artikel mit dem Titel
"Fernseher Bj. 1972 an Selbstabholer" ist in einer regionalen
Newsgruppe sicher wesentlich besser aufgehoben als in einer weltweit lesbaren
"de.*"-Gruppe.
Wählen Sie die Gruppe (oder Gruppen), in die Sie schreiben, sorgfältig aus.
Sie sollten diese Gruppen auch selbst lesen. Posten Sie, wenn irgend möglich,
nur in _eine_ Gruppe.
Ein "Crossposting" eines Artikels in mehrere, womöglich inhaltlich
verwandte Gruppen ist nicht empfehlenswert. Wenn Sie dennoch ein Crossposting
(durch Angabe mehrerer Gruppennamen in der "Newsgroups:"-Zeile)
erzeugen, lenken Sie bitte darauffolgende Artikel mit Hilfe der "Followup-To:"-Zeile
in _eine_ Gruppe.
Benutzen Sie eine Newsgruppe mit der Endung ".misc", wenn keine dem
Thema angemessenere spezielle Gruppe existiert.
Crosspostings über mehrere News-Hierarchien sind grundsätzlich zu vermeiden.
Speziell für Ankauf und Verkauf wurde die Unter-Hierarchie "de.markt.*"
eingerichtet, um entsprechende Artikel aus allen anderen Gruppen fernzuhalten.
Bitte respektieren Sie das!
Achten Sie darauf, dass Sie Ihre ironisch gemeinten Bemerkungen so
kennzeichnen, dass keine Missverständnisse provoziert werden. Bedenken Sie: In
einem schriftlichen Medium kommt nichts von Ihrer Mimik und Gestik herüber, die
Sie bei persönlichen Gesprächen benutzen würden.
Im Netz gibt es für diesen Zweck eine Reihe von Symbolen, die man Smileys
nennt; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(". Wenn
Ihnen nicht sofort auffällt, was diese Smiley-Symbole bedeuten sollen, legen
Sie den Kopf doch einfach auf die linke Schulter und schauen Sie noch einmal ...
:-)
Für den Leser gilt: Erscheint Ihnen ein Text missverständlich oder unlogisch,
ziehen Sie in Betracht, dass er ironisch oder sarkastisch gemeint sein könnte.
Bitten Sie im Zweifelsfall den Autor per E-Mail um eine Erklärung, statt sofort
ein Followup zu posten.
Es ist eine gute Angewohnheit, kurze Ausschnitte des Textes, auf den man sich
bezieht, wörtlich zu zitieren und dem eigenen Text voranzustellen.
Machen Sie es sich zur Angewohnheit, nur gerade so viel Original-Text stehen zu
lassen, dass dem Leser der Zusammenhang nicht verloren geht. Zitierter Text
(Quote) stellt nur eine grobe Gedankenstütze dar, viel wichtiger ist das, was
Sie an neuen, interessanten, eigenen Gedanken hinzuzufügen haben.
Zitieren Sie bereits zitierten Text nach Möglichkeit nicht erneut. Statt Text
wortwörtlich zu zitieren, kann er auch durch eine kurze in eckige Klammern []
gesetzte Umschreibung ersetzt werden.
Ein Beispiel:
>> Wenn Sie einen Followup-Artikel schreiben, wird Ihnen der gesamte
>> Text, auf den Sie sich beziehen, von Ihrem Newsreader-Programm
>> zum Bearbeiten angeboten.
>> [weitere Ausführungen über Newsreader-Programme gelöscht]
>
> Der Originaltext wird dabei im Allgemeinen durch das Zeichen '>'
> eingerückt (ähnlich wie dieser Absatz), um klar ersichtlich zu
> machen, dass es sich dabei um zitierten Text handelt. Lassen Sie
> zur Übersichtlichkeit zwischen zitiertem und eigenem Text jeweils
> eine Leerzeile Freiraum.
Zitieren Sie nur Text, auf den Sie auch Bezug nehmen.
Lassen Sie den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Ihres Artikels
hat den Artikel, auf den Sie sich beziehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht
mehr exakt in Erinnerung und hat ohne eine Gedankenstütze große Mühe, den
Sinn Ihrer Ausführungen zu erkennen.
Das Zitieren von Unterschrift oder Signatur ist eine leider weit verbreitete
Unsitte und unerwünscht.
Beim Zitieren sind den einzelnen Zeilen vorangestellte Initialen nicht
erforderlich, weil Newsreader-Software an Hand der internen Artikel-Verkettung
(wozu das Schlüsselwort "References" im Header von Artikeln dient)
dies individuell auf Wunsch darstellen kann. Aus dem gleichen Grund ist bei der
einleitenden namentlichen Anrede die Wiederholung von Subject, Message-ID,
Newsgroup-Namen, Datum und den meisten anderen Header-Zeilen überflüssig.
Wenn Sie dem Autor eines Artikels etwas mitteilen wollen, überlegen Sie
bitte, ob dies eine Bereicherung der laufenden Diskussion ist und auch andere
interessieren könnte - oder ob nicht eine einfache E-Mail besser geeignet
wäre.
Ein Beispiel: Hitzige Diskussionen arten manchmal in wüste Beschimpfungsorgien
(sogenannte "Flame Wars") aus. Spätestens dann ist der Zeitpunkt
gekommen, ab dem außer den Streithähnen niemand mehr an der Diskussion
interessiert ist.
Auch Hinweise auf Rechtschreibfehler, technische Probleme, offensichtliche
Irrtümer oder Netiquetteverstöße tätigt man besser per E-Mail.
Es ist normalerweise unhöflich, Antworten per E-Mail auch noch einmal
zusätzlich öffentlich zu posten. Man sollte sich entscheiden: entweder E-Mail
oder News, aber nicht beides. Tun Sie es dennoch, sollten Sie unbedingt zu
Beginn der Nachricht darauf hinweisen, etwa "[posted and mailed]".
Doch vergessen Sie nicht: Es ist besser, Sie entscheiden sich für _ein_
Kommunikationsmedium - E-Mail oder News!
Generell gilt: Wenn Sie etwas mitteilen wollen, das auch Millionen andere Leute
interessieren dürfte, benutzen Sie News. Andernfalls ist E-Mail passender.
Wenn Sie eine Frage an die Netzgemeinde gestellt und darauf Antworten per
E-Mail empfangen haben, welche eventuell auch andere Leute interessieren
könnten, fassen Sie die Ergebnisse (sinnvoll gekürzt) zusammen, und lassen Sie
damit auch andere von den Antworten auf Ihre Frage profitieren.
Haben Sie mit dem Schlüsselwort "Followup-To: poster" im Header Ihres
Artikels veranlasst, dass Antworten auf Ihren Artikel nicht veröffentlicht,
sondern automatisch nur an Sie per E-Mail geschickt werden, sollten Sie nach
angemessener Zeit eine Zusammenfassung Ihrer Erkenntnisse veröffentlichen (und
diese Absicht auch in Ihrem Artikel ankündigen).
Weisen Sie von vornherein darauf hin, wenn Sie ohnehin eine Zusammenfassung
posten wollen. Damit vermeiden Sie überflüssige Antworten der Art "Bitte
poste doch eine Zusammenfassung.", "Bitte sende mir eine
Zusammenfassung per E-Mail.", "Send me a copy.", "Me too.",
"Add me." usw.
Entsprechend gilt für die Leser: Wenn Sie gern möchten, dass jemand eine
Zusammenfassung veröffentlicht, bitten Sie ihn per E-Mail darum, auf gar keinen
Fall öffentlich (Followup).
Bedenken Sie: Es gilt als unhöflich, in einer Newsgruppe, die man nicht liest,
nur Fragen zu stellen und Antworten per E-Mail einzufordern. Niemand liest gern
Newsgruppen, in denen nur Fragen gestellt werden, aber keine Antworten stehen.
Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Artikel keine Gesetze brechen.
Seien Sie vorsichtig beim Zitieren aus urheberrechtlich geschützten Werken.
Begehen Sie keine Straftaten. Rufen Sie nicht zu Straftaten auf.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Rechte eines anderen vielleicht verletzen
könnten, fragen Sie ihn vorher per E-Mail, was er von Ihren Absichten hält.
Das Veröffentlichen von E-Mail ist - abgesehen von seinen möglichen
rechtlichen Konsequenzen - unhöflich und sollte nicht ohne die explizite
Einwilligung des Autors geschehen.
Da Ihre Artikel von einem Millionen-Publikum gelesen werden, seien Sie
zurückhaltend mit dem, was Sie über andere sagen. "Usenet is not
right", aber natürlich ist Usenet deshalb kein rechtsfreier Raum.
In der Mailboxszene und bei einigen Internet-Anbietern verbergen die Nutzer
ihre wahre Identität hinter einem Pseudonym und schreiben manchmal Dinge, die
sie sich sonst nicht erlaubt hätten. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die
viele Leute im Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, sollten
Sie Ihre Artikel mit Ihrem wirklichen Namen ("real name") versehen.
In einigen Newsgruppen, in denen es um sehr sensible Themen geht (zum Beispiel
sexuelle Gewohnheiten etc.), werden Pseudonyme bzw. Artikel, die über
sogenannte Anonymous-Remailer (auch "Anon-Server" genannt) gepostet
wurden, in Ausnahmefällen geduldet.
Pseudonyme bzw. Anonymous-Remailer bieten übrigens keinen Schutz, wenn man dem
Netz oder seinen Teilnehmern schaden oder wenn man Straftaten begehen will. Wie
bei den meisten elektronischen Medien ist im Ernstfall eine nachträgliche
Rückverfolgung möglich.
Ein gewisses Maß an kommerzieller Information wird im Netz durchaus
geduldet. Beispielsweise Adressen von Firmen, die ein bestimmtes Produkt
anbieten, nach dem jemand gefragt hat. Als unverschämt gilt dagegen die
Verbreitung von reinen Werbeinformationen. Insbesondere dann, wenn ein gewisses
Volumen überschritten oder unaufgefordert gepostet wird.
Bedenken Sie: Dies ist ein nicht-kommerzielles Netz, und niemand will die
Übertragungskosten für unverlangte Werbung bezahlen.
Binär-Dateien (Grafik, Musik, ausführbare Programme usw.) sind in den
Diskussionsgruppen dieses Netzes unerwünscht. Für Binär-Dateien gibt es
spezielle Newsgruppen. Im Allgemeinen ist es jedoch besser, auf Binär-Dateien
in den News zu verzichten und statt dessen nur auf entsprechende
Download-Möglichkeiten via FTP oder WWW hinzuweisen.
Gleiches gilt für sogenannte "Multipart"-Artikel. Manche Newsreader-
Software kodiert den Artikel-Inhalt in verschiedenen, alternativen
Darstellungsformaten (normaler Text, HTML, LaTeX, Word, usw.), obwohl die
meisten Netzteilnehmer nur reinen Text darstellen können. Seien Sie
rücksichtsvoll und bieten Sie alternative Darstellungs- formate besser via FTP
oder WWW an. In der "de.*"-Hierarchie ist es üblich, nur normalen
Text zu benutzen.
Aus der Deutschsprachigkeit der "de.*"-Hierarchie erwächst die
Frage, ob man andere Netzteilnehmer in News und Mail "duzen" oder
"siezen" sollte. Es gilt normalerweise: Wer selbst siezt, will gesiezt
werden. Wer duzt, will selbst geduzt werden.
Die meisten Teilnehmer der "de.*"-Hierarchie duzen sich jedoch,
unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung. Und viele, die siezen, tun
dies nur anfangs, weil sie noch nicht wussten, dass die meisten ein
"Du" bevorzugen. Wird man gesiezt, sollte man aber dennoch nicht
gleich mit dem "Du" beginnen, sondern vorher fragen, ob dies für den
anderen in Ordnung ist.
Wahrscheinlich ist diese Netiquette einer der wenigen Artikel im Netz, in dem
Sie mit voller Absicht gesiezt werden.
- Vergessen Sie niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!
- Erst lesen, dann denken. Noch einmal lesen, noch einmal denken. Und _dann_
erst posten!
- Teilen Sie etwas Neues mit!
- Ihre Artikel sprechen für Sie - Seien Sie stolz auf sie!
- Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie einen Artikel schreiben!
- Vernachlässigen Sie nicht die Aufmachung Ihres Artikels!
- Achten Sie auf die "Subject:"-Zeile!
- Denken Sie an die Leserschaft!
- Vorsicht mit Humor, Ironie und Sarkasmus!
- Kürzen Sie zitierten Text auf das notwendige Minimum!
- Benutzen Sie E-Mail!
- Geben Sie eine Sammlung Ihrer Erkenntnisse an das Netz weiter!
- Achten Sie auf die gesetzlichen Regelungen!
- Benutzen Sie Ihren wirklichen Namen, kein Pseudonym!
- Vorsicht mit Kommerziellem!
- Vorsicht mit Binaries und Multipart-Artikeln!
- "Du" oder "Sie"?