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subject: Brief des Katers
Carlo an seine Verwandten in Österreich
author: Sabine Pausch jsp1912@teleline.es
date: Samstag, 14. November 1998 22:58
forum: news:de.rec.tiere.katzen
Da ich mich eh nicht von der gestern operierten Wande wegbewegen
will, hab ich auch Zeit Euch einen Auszug aus einem Brief, den unser
Kater Carlo 1996 als er zu uns kam, an seine Verwandten in Österreich
geschrieben hat, zu schicken. (die Geschichte hat sich wirklich so
zugetragen)
18.10.96, Pamplona
Hallo,
ich heiße Kater Carlo und bin Euer Verwandter aus Spanien.
Ich erzähle Euch jetzt mein bisheriges Leben:
Seit ich mich erinnern kann gibt es mich schon immer, das sind jetzt
ungefähr 4 Wochen. Bis vor 4 Tagen gab es auch noch eine Mutti und
einige Geschwister, aber plötzlich habe ich diese aus den Augen
verloren, das war bei einer Firma, die ganz große gelbe Krane
produziert, ich habe mich dann auf dem Parkplatz versteckt und habe
den ganzen Tag nach meiner Mama gerufen, dann hat plötzlich eine
Frau aus dem Fenster geguckt, da hab' ich mich schnell im Motorraum
eines Autos versteckt, da war es auch noch ein bißchen warm. Die
Frau hat mich nicht gesehen und hat sich gedacht, daß da ein Vogel
oder Frosch so schreit, aber das stimmte ja gar nicht, denn das war
ja ich. In der Nacht hab' ich mich im Gras versteckt, aber das war
so kalt und naß, da es nämlich regnete.
Am nächsten Tag das war der Mittwoch hab' ich wieder nach meiner
Mama gerufen, die hat mich aber gar nicht gehört, aber die Frau von
gestern hat mich wieder gehört, dann ist sie mit einer ganzen Horde
Menschen gekommen und wollte mich fangen, da hab' ich mich schnell
wieder in einem Auto versteckt, da bin ich zwar ein bißchen
schmierig geworden, aber da fühlte ich mich sicher, bis dann der
Mann von dem Auto kam und die große Klappe vorne, da wo ich drunter
war aufmachte. Ein Mann hat mich dann aus der Tiefe des Motorraumes
gezogen, da hab' ich ihn gleich mal gebissen. Die haben mich dann in
eine kleine Schachtel gesperrt, stellt Euch das mal vor, mich eine
wilde Katze, dann haben die mich in ein Büro geschleppt und alle Türen
zugemacht, aber aus der Schachtel bin ich wenigsten entkommen, aber
die haben mich durch den ganzen Raum gejagt, einer der Josef heißt
hat mich gefangen, dann hab' ich den auch gleich mal gebissen und
gekratzt, der hat mich aber nicht auslassen wollen und hat mich
wieder in die Schachtel gesperrt.
Am Abend nach der Arbeit haben die mich dann in meiner Schachtel mit
nach Hause genommen und in der Garage ausgelassen, die haben mir
auch was zum Essen gegeben und eine Kiste mit Sand für meine Bedürfnisse,
die ich dann auch gleich benutzt hab', ich bin nämlich eine saubere
Katze, obwohl ich im Moment eine bißchen dreckig von den Autos bin.
Bueno, also, da war ich dann die ganze Nacht alleine in der Garage
und konnte mich ein klein bißchen beruhigen.
Am nächsten Morgen haben die zwei Menschen mich wieder in der
Garage besucht und mir neues Fressen gebracht, denn ich hab' ja
sooooo.... großen Hunger. Den ganzen Tag war ich dann wieder
alleine, aber am Abend sind die wieder gekommen und der Mann hat
mich mit einem Lederhandschuh gefangen, obwohl ich ihn ganz laut
angepfaucht hab'. Die Frau hat mich dann wieder in die Schachtel
gesteckt und mit Gummi den Deckel zugemacht, denn sonst hätt' ich
ja ganz leicht entfliehen können und hat mich dann zum Doktor
geschleppt. Der hat mir dann in die Ohren, die Augen und sonst noch
wo hingeguckt, hat mir dann die Temperatur gemessen, daß war
vielleicht eine Prozedur, der hat mich immer am Schwanz gezogen,
weil ich das nicht wollte. Am Ende hat er der Frau gesagt, daß ich
ein Macho (Männchen) sei und bis auf ein paar Flöhe und eine
kleine Erkältung ganz gesund sei. Dann sind wir wieder nach Hause
gefahren, in einem Auto, und ab da durfte ich ins Haus. Die Frau hat
mir auch ein Katzenklo und Spielsachen gekauft, das Klo hab' ich
schon benutzt, die Spielsachen, sind mir noch nicht so geheuer, die
klingeln so komisch - die Bälle - wenn die Frau damit spielt. Also
gut, die meiste Zeit verbringe ich bis jetzt noch hinter dem Sofa,
aber manchmal muß ich schon aus Neugier mal rausgucken oder wenn
ich aufs Klo muß. Zum Fressen geben die mir auch immer viel, weil
ich hab' ja soooo... großen Hunger.
Also jetzt kennt Ihr fast mein ganzes bisheriges Leben, vielleicht
kommt Ihr mich ja mal besuchen, oder vielleicht komm' ich ja zu
Weihnachten auf Österreichbesuch.
Euer Kater Carlo |